Freiraumplanung Halle Neustadt
 
Praxisprojekte



Hochschulprojekte

  Die „Modellstadt“ der ehemaligen DDR, Halle-Neustadt, befindet sich 40 Jahre nach ihrer Gründung in einem gravierenden Veränderungsprozess. Die ehemals eigenständige Stadt ist nunmehr nur noch ein Stadtteil der „alten Stadt“ Halle (Saale). Einwohnerverluste, Verlust an Bausubstanz und das Suchen eines neuen Bezugs zur Kernstadt von Halle machen es dringend notwendig, Konzepte für Halle-Neustadt zu finden, die den veränderten Bedingungen gerecht werden.

In den letzten 15 Jahren hat Halle-Neustadt etwas weniger als die Hälfte seiner Einwohner verloren. Geht man vom prognostizierten Bevölkerungsverlust (50%) aus, steht mindestens ein Drittel der Bebauung zur Disposition. Die gravierenden quantitativen Reduzierungen bedürfen städtebaulich qualitativer Lösungen. Neben dem Abriss von Einzelstandorten im Innern wird das Schrumpfen vom Rand her als vorrangige Zielstellung verfolgt, um die Überlebensfähigkeit des zentralen Kernbereichs zu sichern und eine stadtökonomisch problematische Zielsetzung zu verhindern.

Die östlichen Wohngebiete von Halle-Neustadt befinden sich in einer besonderen Lage zur Kern- und Altstadt (Stadtzentrum) von Halle und zur Saaleaue.
 
         
    Sie sind, bezogen auf das Zentrum von Halle-Neustadt, zwar Rand der Neustadt, gleichzeitig aber auch die unmittelbare Anbindung an die Altstadt – das Hallenser Zentrum – sowie Eingang und Gesicht zur Saaleseite.
         
      Hier kreuzen sich die für Halle sehr wichtigen großen von Ost nach West verlaufenden stadträumlichen Bezüge und die ebenso wichtige und signifikante von Süd nach Nord verlaufende von der Saaleaue getragene innerstädtische Landschaftsachse. Diese Lagegunst und das gleichzeitig starke stadträumliche Moment werden gegenwärtig nur wenig genutzt.

Des weiteren ist die Situation der Saaleaue zu beachten, die einen entscheidenden Einfluss auf die bauliche und freiraumgestalterische Umgebung hat und insofern Berücksichtigung bei der Planung finden soll. Hierbei ist unter anderem auch der Umgang mit eventuellen Hochwassersituation zu berücksichtigen. Die Überlagerung der vier Problemkreise – rückläufige Einwohnerentwicklung, Verlust von Bausubstanz, Klärung von Beziehungen zur Altstadt sowie die Problematik des Wasserhaushaltes im Gebiet - erfordern im östlichen Teil von Halle-Neustadt ein grünordnerisches sowie stadt- und freiraumgestalterisches Konzept, das den Grundprinzipien der Nachhaltigkeit Rechnung trägt.
       
    Bearbeitungsgegenstand Konzept

Bearbeitungsgebiet der konzeptionellen Lösung ist der östliche Stadtbereich von Halle-Neustadt. Einzuordnen ist es nördlich und südlich der zentralen Achse zwischen den Straßen „Zur Saaleaue“ / „An der Feuerwache“ im Westen sowie dem Straßenzug Gimritzer Damm / Eislebener Straße im Osten. Ebenso zu bearbeiten ist die östlich davor liegende Saaleaue bis zum Westufer der Elisabeth-Saale. Im Norden ist der Freiraum an den Weinbergwiesen in die Planung einzubeziehen. Im Süden bilden der Anschluss an den Südpark und das Nordende der Kiesgrube Saaleaue sowie die Spitze der Rabeninsel die Begrenzung der planerischen Darstellung.

Auf den Grundlagen der Entwicklungsprognosen und der Planungsziele der Stadt Halle, des aktuellen baulichen und freiräumlichen Bestandes im Gebiet und in seinem Umfeld sowie der anzunehmenden sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen ist eine zukunftsfähige Planung zur städtebaulichen und freiräumlichen Gliederung und Umgestaltung als konzeptioneller Entwurf im Maßstab M 1 : 2500 zu entwickeln.

In das Konzept sind einzubeziehen:
  • ökologische und naturräumliche Aspekte
  • die Stärkung und Profilierung des Landschaftsraumes Saaleaue
  • die Verbesserung des stadt- und freiräumlichen Bezuges zur Altstadt
  • die grundsätzliche Nutzung und Gestaltung der Freiräume